Montagskino im ZDF
Batman Begins
Er ist wieder da und erfolgreicher denn je - Batman: Der Mann, der tagsüber als Milliardär Bruce Wayne den Playboy spielt und nachts im Fledermauskostüm das Verbrechen bekämpft. Mit "Batman Begins" reanimierte das britische Regietalent Christopher Nolan ("Memento") 2005 den Kinomythos um den dunklen Comic-Helden ohne Superkräfte, steckte den Waliser Christian Bale ("Todeszug nach Yuma") in die Latexrüstung und stellte ihm die Schauspielstars Michael Caine, Morgan Freeman und Gary Oldman als treue Helfer zur Seite.
Erzählt wird in diesem 150 Millionen Dollar schweren Fantasy-Abenteuer, wie aus einem jungen traumatisierten Mann namens Bruce Wayne der leidenschaftliche Verbrechensbekämpfer Batman wurde, der immer auch im Clinch mit seinen eigenen Dämonen liegt. Ein spektakuläres Action-Highlight, das im ZDF Montagskino als Free-TV-Premiere präsentiert wird.
Als Junge wird Milliardärsspross Bruce Wayne (Gus Lewis) Zeuge, wie seine Eltern in den Straßen von Gotham City ermordet werden. Schuldgefühle und der Gedanke an Rache lassen ihn von Stund an nicht mehr zur Ruhe kommen und treiben ihn zu immer weiteren Reisen. Bis der junge Mann (Christian Bale) eines Tages im Himalaya-Gebirge auf den geheimnisvollen Kämpfer Ducard (Liam Neeson) trifft, der sich seiner annimmt und ihn mit der mächtigen Schattenliga und deren Kopf Ra's Al Ghul (Ken Watanabe) bekannt macht. Hier erlernt Bruce nicht nur die Kampfkunst der Ninja, er muss auch bald erkennen, dass Ghul und seine Leute gnadenlose Selbstjustiz zu ihrem Gesetz erkoren haben.
Enttäuscht, aber zum geschickten Krieger gestählt, kehrt Bruce nach Gotham City zurück, um hier Genugtuung für den Tod seiner Eltern zu finden. Die Millionenstadt ist derweil zu einem Sumpf aus Korruption, Gewalt und Verbrechen verkommen, in dem es besondere Männer braucht, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Und so erschafft Bruce Wayne mit Hilfe seines treuen Dieners Alfred (Michael Caine), seines loyalen Angestellten Lucius Fox (Morgan Freeman) und des aufrechten Police Detectives Jim Gordon (Gary Oldman) die Figur des dunklen Rächers Batman, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Gotham City aus der tödlichen Umklammerung der Unterwelt zu befreien...
Seit fast 70 Jahren kämpft der dunkle Held im Fledermauskostüm nun bereits gegen das Verbrechen; zunächst als Comicfigur im Heftchenformat, in den Sechzigern dann als Fernsehstar, bis Comiczeichner Frank Miller und Regisseur Tim Burton die Figur in den Achtzigern einem modernen Relaunch unterzogen und den Fledermauskrieger erfolgreich auf die Kinoleinwand brachten. Nach zwei Filmen gab Burton die Regie an seinen Kollegen Joel Schumacher ab, der dann zwei weitere, wenig gelungene Sequels verantwortete, in denen die starbesetzen Antagonisten des Helden immer stärker an Gewicht gewannen, während Val Kilmer und schließlich George Clooney nach einem überzeugenden Michael Keaton ziemlich fehlbesetzt wirkten.
Einige Jahre später erhielt dann das britische Regietalent Christopher Nolan den Auftrag, den Batman-Mythos wiederzubeleben. Mit unkonventionellen Thrillern wie "Memento" und "Insomnia" hatte Nolan auf sich aufmerksam gemacht. Filme, in denen er seinen Figuren - gebrochene Killer, traumatisierte Rächer, schlaflose Cops - minutiös nachspürte. Nun sollte der Werdegang einer ambivalenten Heldenfigur wie Batman zu seinem nächsten Thema werden, und Nolan stürzte sich voller Begeisterung auf die neue Herausforderung.
Gemeinsam mit David Goyer ("Blade") schrieb er das Drehbuch und tauchte seinen "Batman Begins" in düstere, unterkühlte Farben, die ganz der Seelenlandschaft seines dunklen Protagonisten entsprechen. Doch über der psychologischen Auslotung der Figur hat Nolan nicht vergessen, was ein echtes "Batman"-Abenteuer ausmacht: Jede Menge rasante Action und spektakuläre Special Effects, ein aufregendes Batmobil und die Ehrfurcht einflößende Rüstung. Wie gut ihm die Wiederbelebung dieser Figur tatsächlich gelang, bewies in diesem Sommer dann sein Sequel "The Dark Knight", mit dem er diesseits und jenseits des Atlantik die Kinocharts stürmte.
Klar war auch, dass man für die Besetzung der neuen Batman-Figur keinen glamourösen Star wie George Clooney ("Batman & Robin") suchte. "Bruce hat einen sehr komplexen Charakter, er balanciert auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse. Diese charakterliche Gefährdung und Ambivalenz verkörpert Christian (Bale) hervorragend - und er zeigt, wie er sie in einen positiven und sehr mächtigen Trieb verwandeln kann", erklärte Nolan zu seinem neuen Hauptdarsteller.
Der geborene Waliser und Autodidakt hatte bereits mit extremen Rollen wie "American Psycho" und "The Machinist" unter Beweis gestellt, dass er die abgründigen Seiten eines Charakters hervorragend verkörpern konnte und dafür auch zu einem hohen physischen Einsatz bereit war. Für den spanischen Horror-Thriller von Brad Anderson hungerte sich Bale auf 54 Kilo runter, während er kurz darauf für "Batman Begins" jede Menge Muskelmasse antrainierte.
Überzeugen konnte er auch an der Seite von Russell Crowe in dem Spätwestern "Todeszug nach Yuma" oder als junger Bob Dillon in "I'm Not There". Nächstes Jahr wird Bale mit dem Action-Sequel "Terminator: Die Erlösung" und dem Gangsterfilm "Public Enemies" in unseren Kinos zu sehen sein. Ihm zur Seite gestellt wurde ein auserlesenes Schauspielensemble, das neben den inzwischen obligatorischen Darstellern wie Michael Caine, Morgan Freeman und Gary Oldman den Iren Liam Neeson und den Japaner Ken Watanabe ("Last Samurai") als unheimlichen Anführer der Schattenliga präsentiert.
Die weibliche Hauptrolle ging an die damalige Schauspiel-Newcomerin Katie Holmes, die zum Kinostart von "Batman Begins" vor allem Schlagzeilen aufgrund ihrer heißen Turtelei mit Hollywoodstar Tom Cruise machte.